Archiv für März 2008

Medienkompetenz

März 29, 2008

In diesem Blog möchte ich zuerst auf sajmens Kommentar eingehen und danach muss ich das Thema Medienkompetenz vorziehen, da ich das Buch „next generation information society“ zurückgeben muss. Das Buch enthält einen wichtigen Beitrag zur Medienkompetenz, auf den ich mich beziehen möchte.

Sajmen sagt, dass Werkzeuge und andere menschliche Hilfsmittel immer schon als Verlängerung der menschlichen Möglichkeiten gedient hätten. Die Axt als Verlängerung des Arms, um kräftiger zuschlagen zu können, ist dafür ein einleuchtendes Beispiel.

Aber McLuhans denkt dieses Modell ganz radikal durch und nach seinem Verständnis sind eigentlich alle Hilfsmittel, sowie auch Kleidung, Fortbewegungsmittel und technische Apparate = Medien, die er einem Teil des menschlichen Körpers als Verlängerung zuweist. Dies ist für mich das Besondere an seinen Betrachtungen.

Das Thema Medienkompetenz ziehe ich aus oben angeführten Gründen an dieser Stelle vor und beziehe mich in meinen Ausführungen auf den Beitrag von Jo Groebel „Schlüsselqualifikation Medienkompetenz“ aus dem Buch  „next generation information society“.

Jo Groebel unterscheidet 3 Formen von Medienkompetenz:

  • Mediendidaktik
  • Medienerziehung
  • Kommunikationsbildung

Während die Mediendidaktik technisches Know How und inhaltlichen Umgang mit Computern vermittelt, ist der Fokus in der Medienerziehung mehr auf Prozesswissen und Quellenkompetenz gerichtet.

„Kommunikationsbildung ist ein umfassendes Lehr- und Lernkonzept, das sehr unterschiedliche Wissensbestände integriert und das Zusammenspiel alter und neuer Medien, analoger und digitaler Welt ins Zentrum stellt.“ (Groebel, 2003, S. 350)

Diese Betrachtungsweise ist sehr ganzheitlich und führt deteilliert aus, dass Medienkompetenz mehr sein muss, als nur technisches Anwenderwissen.

Darüber hinaus ist der Beitrag sehr spannend, da auch die Gefühlswelt, die kognitive Wahrnehmung, sowie das soziale Verhalten, im Zusammenhang mit Medien beleuchtet werden. Groebel führt aus, dass „Wissen“ im Computer nicht einfach abrufbar ist, sondern mittels Medienkompetenz selbst zusammengestellt wird.

Die Vorraussetzungen dafür sind nach Groebel, dass der Nutzer zwischen Fakten-, Prozess- und Strukturwissen unterscheiden und diese zum richtigen Zeitpunkt zielgerichtet einsetzen kann.

Ein hoher und komplexer Anspruch, insbesondere wenn man bedenkt, wieviele Analphabeten, auch funktionale wie in unserer Gesellschaft verbreitet, es global noch immer gibt.

Dennoch, Bildung ist Befähigung, Hilfe zur Selsbsthilfe und von daher immer richtig. Dass auch wir in Europa und Amerka wieder vermehrt über Bildungssysteme und nachhaltigere Bildung nachdenken sollten, legt der Pisa Bericht nahe. Groebels Ansatz scheint mir wegen seiner umfassenden Betrachtungsweisen dafür geeignet.

Ich möchte dem Thema Medienkompetenz in meiner Präsentation ein Gewicht geben, weil ich in den neuen Informationstechnologien eine Chance sehe, Bildung weiter voranzubringen und so die Chancengleichheit im „globalen Dorf“ zu erhöhen.

Literatur:

Dieter Klumpp et al. (2003): next geneation information society. Notwendigkeit einer Neuorientierung. Talheimer.

Medienentwicklung und McLuhans Medienbegriff

März 20, 2008

Neben der Medienentwicklung und verschiedenen Medientherorien, habe ich mich in der Zwischenzeit eingehender mit McLuhans Medienbegriff auseinander gesetzt, den er im 1964 erstmals herausgegebenen Buch „Understanding Media“ dargelegt hat.

Sein Ansatz, Medien als „Erweiterung oder Verlängerung“  des menschlichen Körpers zu betrachten („extension of man“), erscheint mir so eigenwillig wie originell und hat mich angeregt, mir das bildlich vorzustellen. Leider fand ich  kein entsprechendes Bild, so dass ich mich genötigt fühle, es selbst herzustellen und das obwohl ich überhaupt nicht zeichnen kann. Ich bin noch am Üben, aber die Idee, McLuhans Medienbegriff bildlich zu erarbeiten und so auch der Klasse zu vermitteln, hat sich durchgesetzt!

Denn es ist kein Zufall, dass ich einiges an Literatur über McLuhan lesen musste, um McLuhan zu verstehen und damit bin ich noch immer beschäfigt. Sein letztes Buch „Global village“, das er zusammen mit Bruce R. Powers geschrieben hat und das 1995 erst lange nach seinem Tod veröffentlicht wurde, ist extrem schwer verständlich und offenbarte mir seine Botschaft nicht einfach so.

Es ist auch schwierig, sich eingehender in sein Werk einzulesen, bzw. eine Auswahl zu treffen, da ich noch nicht weiss, wie stark ich auf McLuhan eingehen soll, der ja den Begriff des Global villages geprägt hat, lange bevor das Internet in der heutigen Form existierte.

In den letzten Tagen habe ich mir auch vermehrt Gedanken gemacht über die Gestaltung der Stunde für die Klasse und wie ich diese einbeziehen kann.

Ich bin daran, Ziele zu formulieren und einen Ablauf der Stunde zu planen, sowie Aktivitäten zu überlegen, wo ich die Klasse aktivieren kann.

Letzteres ist schon ziemlich weit gediehen, mit dem Rest tue ich mich etwas schwerer, weil ich mich noch nicht in allen Bereichen eingrenzen kann, bevor ich gelesen habe, was ich noch zum Thema lesen möchte. Ich habe bei der Recherche in CSA Illumina und Genios noch einige interessante Berichte und Artikel gefunden, die McLuhans These des global villages aus der Retrospektive beleuchten, da bin ich mit lesen aber noch nicht durch.

Global village – erste Schwerpunkte

März 12, 2008

Nachdem ich mich im Literaturstudium vermehrt auf Schwerpunktsetzung konzentriert habe, kristallisieren sich nun zunehmend Themenaspekte heraus, die mir für die Präsentation zentral erscheinen.

Einleitend werde ich einen kurzen historischen Überblick zur Medienentwicklung geben und versuchen Marshall McLuhan’s Argumentation und Verständnis dieser Entwicklung aufzuzeigen. Zu McLuhan’s Zeit war das Fernsehen das neue Medium, das Internet fand erst später die Verbreitung, die wir heute kennen. Daraus wird ersichtlich , dass McLuhan seine These des Global villages eher auf Grund des Fernsehens verfasst hat und damit aber auch viel Weitsicht gezeigt hat.

Im Weiteren wird das „Jahrhundertwerk“ von Manuel Castells „Das Informationszeitalter“ in diesem Zusammenhang Erwähnung und Würdigung finden.

Castells hat McLuhan’s Gedanken aufgenommen, dass nicht nur der Inhalt von Medien, Wirkung auf Mensch und Gesellschaft hat, sondern vor allem auch das Medium selbst. Er beleuchte als Soziologe noch stärker den sozialen Kontext als McLuhan und dies tut er global und ausführlich. Dabei geht er auf zentrale Lebensbereiche wie Arbeit und Soziale Beziehungen ein und zeigt auf, wie sich diese durch die globale Vernetzung verändern.

Das 3-bändige Werk entstand zwischen 1996-98, einer Zeit also, in der schon einige Erfahrungen mit dem Internet und der zunehmenden Globalisierung gemacht und kontrovers diskutiert worden waren, auf die sich Castells in seiner Arbeit stützen konnte (das Literaturverzeichnis ist endlos).

Ein weiterer Schwerpunkt wird der Themenkreis „Möglichkeiten und Barrieren“ darstellen. Dabei ist mein Fokus eher auf den sozialen und gesellschaftlichen Bereich gerichtet, als beispielsweise auf Transnationale Unternehmen, wie Simon Johner in seinem Kommentar angeregt hat. Sorry!

Auf NGO’s werde ich aber bestimmt in einer mir jetzt noch nicht bekannten Form eingehen.

Und nicht zuletzt interessiert mich natürlich auch die Bedeutung des Themas für die Informationswissenschaft. Dabei sind die im ersten Blog erwähnten Stichworte wie Bildung und Medienkompetenz für mich zentral. Meine diesbezügliche Motivation hat einerseits mit eigener Betroffenheit zu tun (bis vor 10 Jahren habe ich keinen Computer angerührt) und anderseits auch mit dem globalen Gefälle im Bereich Bildung allgemein und Medienkompetenz im Speziellen.

Dadurch, dass die informationstechnologische Entwicklung nun schon einige Jahre in ungeheuer rasantem Tempo voranschreitet, ist eine Vertiefung der digitalen Kluft zwischen medienkompetenten- und nicht medienkompetenten Menschen meiner Meinung nach absehbar. Ich mache mir noch Gedanken, welcher Handlungsbedarf daraus für Information Professionals entstehen könnte.

 Literatur:

Castells, Manuel (2004): Das Informationszeitalter. 3 Bde. Leske & Budrich. Opladen.

global village zu Kommentar von telearbeit

März 4, 2008

Ja, ich habe die Namen durcheinander geworfen, habe aber schon den „richtigen“ dazugehörigen Menschen, also Herbert Marshall McLuhan vor Augen gehabt.

http://www.mcluhan.utoronto.ca/mcluhanprojekt/marshalldeutscha.htm

Eine schöne Seite über McLuhan, die auch einen ganz kleinen Einblick in sein Werk gewährt.

Du hast in deinem Kommentar den Vorschlag gemacht, die Theorie von McLuhan anhand eines realen Beispiels darzustellen oder auch zu widerlegen. Dazu hatte ich folgenden Gedanken:

Telearbeit ist das Beispiel!

Arbeit als Teil des realen Lebens könnte im global village doch genau so ablaufen, wie das die Telearbeit vorsieht. Die Distanzen könnten vollkommen unbedeutend werden bei entsprechender Infrastruktur. Dies zeigt die Praxis der amerikanischen Call Centers, die zum Teil von Asien aus betrieben werden, weil das technisch machbar und ökonomisch günstiger ist (die Arbeitskonditionen und die Löhne beachten wir jetzt einmal nicht).

So gesehen, könnte Telearbeit als ein (fast) zu Ende gedachtes Teilszenario im global village betrachtet werden.

Dein anderer Input bezüglich einer neuen, gemeinsamen und weltweiten Kultur kann nicht so einfach beantwortet werden, es ist eigentlich schon fast eine philosophische Frage. Auch müsste definiert werden, was „weltweit“, „gemeinsam“ und „Kultur“ genau meint.

Ansätze für neue Kultur-Entwicklungen sind meiner Meinung nach aber schon auszumachen, so sind zum Beispiel viele NGO’s weltweit vernetzt:

http://www.aerzte-ohne-grenzen.de/

http://www.greenpeace.org/international/

Insgesamt sind wir wohl erst am Anfang einer Entwicklung, denn die Möglichkeiten (mit der noch relativ jungen) Technik werden zwar zunehmend global entdeckt, genutzt und erweitert, doch bestehen nach wie vor regionale, ethnische, ökonomische und politische Unterschiede, die wie Barrieren wirken können. (Siehe Beitrag „Netz-Zensur: Google und  die chinesische Regierung  „Hand in Hand“"  von J. P., IW 06, Claroline)

Global village und Barrieren

März 2, 2008

Das Einlesen in die Literatur gestaltet sich schwierig, da das Thema sehr breit ist und viele Aspekte beinhaltet, wie schon im letzten Blog angesprochen.

Noch gar nicht erwähnt habe ich bisher die technische Dimension, die aber entscheidend zur Vernetzung beiträgt. Oder auch nicht.

http://www.heise.de/tp/r4/artikel/2/2962/1.html

Unter diesem Link findet sich ein Beitrag mit dem Titel „Kein Platz für Afrikas Dörfer im Global Village“, der zwar schon ein wenig älter ist, aber die Thematik gut aufzeigt.

Stichworte wie „Digital Divide “ beziehen sich allerdings nicht nur auf das oben angesprochene Nord Süd Gefälle, auch hierzulande entscheidet die Bildung wesentlich über den Zugang zum Netz.

Weitere relevante Themen sind deshalb technisches Know How, sowie Informations- und Medienkompetenz, die als Schlüsselfaktoren zur Erschliessung von Informationen und Wissen zu betrachten sind.

Unter folgendem Link

http://intern.acatech.de/public_download.php?&fileid=631

sind Texte zur Zukunft von Suchmaschinen zu finden, die in der Reihen „acatech diskutiert“ veröffentlicht wurden. (http://www.acatech.de /)

 Der erste Text von Friedemann Mattern beispielsweise thematisiert Suchmaschinen als „Orientierungshilfen im Hypertextdschungel“, spricht aber auch die Monopolisierung durch Google und die damit verbundenen Problemkreise wie Qualität der Informationen und Manipulationsmöglichkeiten an.Die Texte sind alle sehr interessant, wobei ich während des Lesens mein Ziel etwas aus den Augen verloren habe…

 

In einem nächsten Schritt muss ich die gesammelten Informationen bündeln und mich für einige Schwerpunkte entscheiden.